Das nördlichste deutsche Mittelgebirge - urige Natur und touristische Attraktionen
Der Harz erhebt sich unübersehbar aus der Norddeutschen Tiefebene, in der Mitte überragt alles beherrschend der Brocken die Höhen des Oberharzes im Westen und den deutlich flacheren Ostharz mit seinen ausgedehnten Hochebenen. 100 km ist er lang und 35 km breit. Dichter Wald bedeckt die Flanken der Harzberge, die überall steil aus dem Umland aufsteigen. Auf den Höhen wachten früher zahlreiche Burgen über den Zugang in das erzreiche Innere des Harzes. Die meisten sind zu Ruinen zerfallen, von manchen ist nur der Name geblieben, andere sind zu ansehnlichen Schlössern geworden. Den Bächen entgegen zu ihren Quellen führen die Wege und Straßen in den Harz hinein, in die Wälder mit hohen Fichten und schlanken Buchen. Die Täler sind meist tief eingeschnitten.
Der Harz wurde lange unter Wert gehandelt, hatte den altbackenen Geruch von Familienferien, Genesungswerk und Kurbetrieb, wodurch viele Orte ihr Auskommen hatten. Mit der Wiedervereinigung änderte sich das Bild. Der Harz war plötzlich wieder im Herzen Deutschlands, die Harzer wurden selbstbewusster, stolz auf ihr ganzes Gebirge. Nationalparks wurden gegründet - 1990 im Osten, vier Jahre später auch im Westen. Das zog auch Naturliebhaber an. Wandern, Radfahren und Wintersport sind nur ein Teil des breiten Sportangebots. Fürs Klettern in der Halle und an richtigen Felsen, Drachenfliegen, Kanufahren und Mountainbiking, Langstreckenwandern und Pferdetrekking gibt es in vielen Orten Angebote zuhauf.
Der Harz ist Feriengebiet für das ganze Jahr. An schönen Sommerwochenenden kommen die Besucher zu Abertausenden, meist auf wenige Stellen konzentriert. Dabei könnten sie gar nicht weit von den beliebten Plätzen entfernt stundenlang durch die Natur streifen, ohne einen Menschen zu treffen. Der Winter ist die zweite Hochsaison im Harz. Sonne, Schnee, Raureif und Eiszapfen schaffen dann Traumlandschaften.
Der Harz ist viel mehr als Bäume und Berge. Schon vor 200 und mehr Jahren zog es Reisende in den Harz, seit 150 Jahren gibt es Badeorte, Herbergen und Hotels, Reiseführer. Die Stätten der deutschen Kaiser des Mittelalters, Hexensagen, Walpurgisnacht und Blocksberg, die Dichter seit den Tagen Johann Wolfgang von Goethes und Heinrich Heines sowie die Malerei der Romantik haben den Harz zu einem der ersten großen Reiseziele der Deutschen gemacht. Bergwerke, mittelalterliche Burgen und Kirchen, die bunten Fachwerkstädte ziehen heute wie einst die Besucher in Bann. Die Altstädte von Goslar und Quedlinburg wurden in die Unesco-Liste des Welterbes aufgenommen. Und wer sich für romanische Kunst interessiert, muss nicht erst in die Provence reisen - im Harz gibt es allerorten eindrucksvolle Beispiele dieser Epoche.
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