Im »Vorzimmer des Südens« treffen Sie auf eine faszinierende Symbiose aus alpiner Frische und mediterraner Milde
Strahlend blau leuchtet der Himmel, glasklar zeichnen sich die Umrisse der gerade noch schneebedeckten Alpengipfel gegen ihn ab. Grünes, rebenbestandenes Hügelland liegt vor ihnen im Sonnenlicht. Eine leichte Brise streicht über die Wasserfläche zu Füßen der Berge, wiegt sanft die Palmen am Ufer des Sees, ein erschreckter Salamander verschwindet zwischen den warmen Steinen der Gartenmauer. Alpine Frische und mediterrane Milde, Berghütten und aristokratische Villen: Wenn sich Norden und Süden mischen, entsteht eine unvergleichliche Stimmung, der sich kein Reisender entziehen kann. »Das geheimnisvolle Vorzimmer des Südens« nennt der 1940 geborene Tessiner Schriftsteller Alberto Nessi die Seenlandschaft am Ausgang der Alpen zwischen der Schweiz und Italien. Es ist eine Landschaft, wo bereits Zitronen blühen.
Diese Landschaft ist wie für den Urlaub geschaffen. Der Lago Maggiore reckt sich von Nord nach Süd, der
Luganer See streckt sich in alle Himmelsrichtungen, und der
Comer See spreizt sich, als würde er einen Handstand versuchen. Dazwischen liegen wie blaue Tupfer
Ortasee, Lago di Varese und viele andere kleinere Gewässer. Flüsse bahnen sich ihren Weg von den Alpen in die sich im Süden öffnende Poebene und weiter zum Meer: Der Ticino ist mit knapp 250 km der längste; er entspringt am Gotthard, gebärdet sich im Becken des Lago Maggiore als See und fließt hinter Sesto Calende in seiner ursprünglichen Form weiter, um bei Pavia in den Po zu münden.
Zum Glück ist Raum geblieben, wo man sich einrichten, sich wohl fühlen, etwas erleben kann: Im Straßencafé an der Uferpromenade wie beim Spaziergang durch eine der riesigen Parkanlagen mit ihren exotischen Pflanzen, beim Wandern durch Kastanienwälder wie beim Surfen auf den Seewellen, in den Kirchen und Museen der Städte. Nichts für Sie? Wie wäre es dann mit einer abenteuerlichen Eisenbahnfahrt über schmale Brücken und an steilen Hängen entlang von Domodossola durch das Centovalli nach Locarno? Zurück geht es still gleitend mit dem Linienschiff über den majestätischen Lago Maggiore. Großartige Ausblicke bieten Gipfelhöhen rund um alle Seen, den vielleicht schönsten hat man vom Monte Generoso bei Mendrisio am Luganer See. Am Abend lässt man in einer gemütlichen Trattoria oder einem urigen Grotto, wie die traditionellen Weinstuben im Tessin heißen, den Tag ausklingen.