Wandern in den Weinbergen, Rasten in Winzerorten: Lebensgenuss im Herzen Europas
Sie glauben, die Mosel sei ein deutscher Fluss? Nur ein Drittel des 545 km langen Stroms liegt in Deutschland. Er entspringt auf dem Hauptkamm der Vogesen am Fuße des 1223 m hohen Petit Drumonts, ganz in der Nähe des Ortes Bussang. Und dann fließt das junge Gewässer erst einmal Hunderte Kilometer durch lothringisches Bauern- und Winzerland. Die Mosel ist also mindestens doppelt so französisch wie deutsch. Und auf immerhin 36 km Länge bildet sie auch noch die Grenze zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und der Bundesrepublik Deutschland. Die Mosel ist damit so etwas wie ein Europa im Kleinen, vielleicht sogar das grüne Herz im großen Europa.
Mosel - das ist der Wechsel der Farben im Laufe des Jahres: lichtgrüne Weinberge im Frühling, sattes Grün im Sommer, leuchtendes Gelb im Herbst. Der Fluss zeigt je nach Wetter strahlendes Blau oder tiefes Grau, manchmal auch blendendes Silber oder gar - beim gefürchteten Hochwasser - schmutziges Braun. Stockrosen und Löwenmäulchen in den Gärten setzen die roten Tupfer.
Mosel - das sind Gerüche: der Duft frischer, nackter Erde im Frühjahr. Der süße Hauch bei einem Gang durch die Wingerte während der Rebblüte. Und die so typische, leicht säuerliche Luft in den Winzerdörfern, wenn in den Kellern der frisch gekelterte Traubenmost gärt.
Mosel - das sind Geräusche: das Tuten der Frachtschiffe. Das Rattern der Weinbergschlepper. Und der unverwechselbare Klang des moselfränkischen Dialekts, der hier gesprochen wird.
Mosel - das ist natürlich nicht zuletzt Geschmack: Nirgendwo anders in der Welt gedeiht der rassige Riesling, der Aristokrat unter den Weißweinen, so gut wie an der Mosel. Hier, an den steilen Sonnenhängen der Flussschleifen zwischen Trier und Koblenz, ist der Riesling mit seiner angenehmen Säure zu Hause.
Mit »Moselland aktiv« könnte man die breite Palette der touristischen Möglichkeiten entlang des Flusses beschreiben. Wer die Mosel wirklich kennen lernen will, der gehe einige Stunden zu Fuß durch Weinberge, vorbei an Winzerhöfen und Straußwirtschaften. Spektakulär ist der Moselhöhenweg, der sich auf beiden Seiten hoch über dem Tal von Koblenz bis nach Trier erstreckt und immer wieder atemberaubende Blicke auf den windungsreichen Wasserlauf gestattet, so zum Beispiel vom »Fünfseenblick« oberhalb von Mehring auf gleich fünf Flussschleifen. Auch zum Radfahren sind die Uferwege beiderseits des Flusses bestens geeignet. Weil an einigen Stellen das Tal zu eng ist, muss beim 275 km langen Moselradweg von Koblenz bis Trier an Teilstücken allerdings auf eine Bundes- oder Landstraße ausgewichen werden.
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